1907-1928: Kindheit und Jugend
Manfred von Ardenne ist ein handwerklich und technisch begabtes Kind. Anstatt die Schulbank zu drücken, führt er lieber eigene Experimente durch, bastelt und tüftelt, baut Schaltungen und nimmt Messungen vor. Sein mangelndes Interesse für den Unterricht wirkt sich auf die Leistungen aus und er verlässt mit 15 Jahren nach einem nicht bestandenen Examen das Gymnasium Berlin Tempelhof. Auf seinem Abgangszeugnis vermerkt der Lehrer handschriftlich: "Sein Wissen und Können geht in einigen Gebieten der Physik und Chemie über das Klassen- sowie Schulziel hinaus." Von Ardenne wechselt anschließend auf das Friedrich-Realgymnasium, das er 1923 mit der Primarreife abschließt. Die Eltern erkennen und fördern das Potenzial ihres Sohnes und räumen für ihn in der Hasenheide das beste Zimmer der Wohnung. Hier entsteht von Ardennes erstes Privatlabor für Radiotechnik.
Im Jahre 1923, er ist erst 16 Jahre alt, meldet der junge Forscher sein erstes Patent über ein "Verfahren zur Tonselektion, insbesondere für die Zwecke der drahtlosen Telegraphie" an. Durch den Verkauf erster Bücher und technischer Entwicklungen und Erfindungen bestreitet Manfred von Ardenne ab 1924 den eigenen Lebensunterhalt und zahlt an die Eltern für sein dreißig Quadratmeter großes Laboratorium freiwillig Miete.