1928-1945: Berliner Jahre
Im Alter von 21 Jahren gründet der vielseitige Kopf das VON ARDENNE-Laboratorium für Elektronenphysik am Jungfernstieg 19 in Berlin-Lichterfelde, das er bis 1945 leitet. Bis zur Zwangsschließung ist dieses Laboratorium Entstehungsort für Pionierbeiträge auf den Gebieten der Fernsehtechnik, Bildwandlung, Elektronenmikroskopie, Rastermikroskopie, Isotopentrennung sowie der Elektronen- und Ionenstrahltechnik.
So gelingt von Ardenne die weltweit erste vollelektronische Fernsehübertragung, weil er plötzlich erkennt, dass alle dafür notwendigen Komponenten in seinem Lichterfelder Laboratorium zur Verfügung stehen. Anwesend ist sein enger Mitarbeiter Emil Lorenz. Manfred von Ardenne über die Ereignisse von jenem Tag:
"In fieberhafter Eile entnahmen wir dem Fertigungslager zwei Elektronenstrahlröhren, stellten zwei Einrichtungen zur Erzeugung der Ablenkungsspannungen aus Bestandteilen des Niederfrequenzlabors zusammen, brachten einen der Breitbandverstärker in Betriebsbereitschaft und entlehnten dem optischen Labor eine Linse hoher Lichtstärke und eine Photozelle geringer Trägheit. Noch am gleichen Abend, am 14. Dezember 1930, hatten Emil Lorenz und ich ein entscheidendes Erlebnis. Ich hielt eine Schere vor dem Schirm meines Leuchtfleckabtasters und sah tatsächlich, wie ihre Konturen am anderen Ende des Zimmers auf dem Leuchtschirm der Empfängerröhre erschienen. Wir wiederholten den Versuch mit einem Diapositiv und erzielten einen noch eindrucksvolleren Erfolg."
Im Jahr darauf präsentiert Manfred von Ardenne seine bahnbrechende Erfindung auf der Funkausstellung in Berlin und schafft es damit auf das Titelblatt der New York Times.