Der private Manfred von Ardenne
Es ist viel über Manfred von Ardenne geschrieben worden und der Öffentlichkeit ist er unter Namen wie "Pionier der Funk- und Fernsehtechnik", der "Rote Baron" und "Der Weise vom Weißen Hirsch" bekannt. Das Wichtigste im Leben dieses großen Mannes war seine Arbeit, sonst hätte er wohl kaum so außerordentliche wissenschaftliche und technische Leistungen vollbringen können. Doch soll an dieser Stelle einmal ein Blick hinter die Fassade des Forschers geworfen werden. Was lag dem Genie über die Wissenschaft hinaus noch am Herzen und wie war er als Vorgesetzter?
Von Ardenne war auch Familienmensch und vierfacher Vater: Aus seiner zweiten Ehe mit Bettina Bergengruen gingen die vier Kinder Beatrice, Thomas, Alexander und Hubertus hervor. Das Verhältnis zwischen den Ehepartnern war innig und hielt bis ans Lebensende. Bei einem Fernsehinterview im Alter von 85 Jahren äußerte Manfred von Ardenne über die Liebe folgendes: "Die Liebe, die gelungenste Erfindung des lieben Gottes für den Menschen, oder, wie man auch sagen kann, die große Erfindung aus der unendlichen Weisheit der Natur, hat mir in allen Phasen meines Lebens immer wieder die Kraft gegeben, mehr zu leisten, als die Umwelt erwartete." Es war der familiäre Rückhalt, den er für seine Arbeit benötigte und der es ihm ermöglichte, große Taten zu vollbringen. Die Kinder schätzten vor allem das diskussionsfreudige und liberale Klima, das zu Hause herrschte: "Eigenständige Kritik wurde nicht nur toleriert, sie war erwünscht", so einer der Söhne. Früh lernten sie Verantwortung zu übernehmen und bis heute führen sie das Lebenswerk des Vaters weiter.