
01.03.2007 - 1907 - 2007 | Manfred von Ardenne | Episode 3: Geburtsstunde des elektronischen Fernsehens
Der Durchbruch des vollelektronischen Fernsehens erfolgte am 14. Dezember 1930 mit der erstmaligen Realisierung des elektronischen Leuchtfleck-Abtasters. Manfred von Ardenne schrieb dazu später das folgende Gedächtnisprotokoll:
„Ich erklärte Emil Lorenz meinen Plan und es packte uns jene Begeisterung, die man nur manchmal und meist vor großen Ereignissen empfindet. In fieberhafter Eile wurden dem Fertigungslager zwei Elektronenstrahlröhren entnommen, zwei Generatoren für eine Zeilenablenkung aus Bestandteilen des Niederfrequenz-Labors zusammengestellt, der Breitbandverstärker in Betriebsbereitschaft gebracht und eine Linse hoher Lichtstärke sowie eine Photozelle geringer Trägheit dem optischen Labor entlehnt.“
Noch am Abend des gleichen Tages kam es zum gemeinsamen Erfolgserlebnis: Manfred von Ardenne hielt eine Schere in den Strahlengang des Leuchtfleck-Abtasters und erblickte im gleichen Augenblick ihre Konturen am anderen Ende des Zimmers auf dem Leuchtschirm der Empfängerröhre. Der Versuch wurde am darauffolgenden Tag mit einem Diapositiv wiederholt und zeigt ein noch viel eindrucksvolleres Resultat.
Aus: G. Barkleit: Manfred von Ardenne – Selbstverwirklichung im Jahrhundert der Diktaturen, Verlag Duncker & Humblot, Berlin (2006)