Pressemitteilung


VON ARDENNE-TECHNOLOGIE ERMÖGLICHT ASTRONOMISCHE SPITZENFORSCHUNG

VON ARDENNE hat Anfang März 2016 von der Association of Universities for Research in Astronomy (AURA) einen Großauftrag über eine Magnetronsputter-Anlage zur Beschichtung der Spiegel für das Large Synoptic Survey Telescope (LSST*) erhalten. Damit hat sich VON ARDENNE mit dem besten Gesamtpaket bei der Ausschreibung der AURA gegen namhafte Konkurrenz durchgesetzt.

 Das Observatorium wird derzeit auf dem Berg Cerro Pachón im Norden Chiles errichtet. In dem Spiegelteleskop werden ein Hauptspiegel mit 8,4 Metern Durchmesser sowie ein Sekundär- und Tertiärspiegel (3,4 bzw. 5 Meter im Durchmesser) zum Einsatz kommen. Diese Optik eröffnet ein vergleichsweise großes Sichtfeld. Zusammen mit der größten je gebauten Digitalkamera wird es möglich sein, den sichtbaren Sternenhimmel in nur drei Nächten vollständig zu fotografieren. Durch permanent wiederholte Aufnahmen lassen sich selbst kleinste Veränderungen in der Position oder Helligkeit von Himmelsobjekten über einen langen Zeitraum analysieren.

Für die astronomische Forschung sind Teleskopspiegel mit hohem Reflexionsvermögen nötig. Zu diesem Zweck werden sie in einem Vakuumbeschichtungsverfahren auf der Vorderseite mit einer hauchdünnen Metallschicht versehen. VON ARDENNE liefert die dafür erforderliche Spezialanlage und die Technologien.

Als führendes Unternehmen im Bau von Anlagen für großflächige Beschichtungen – etwa für die Architekturglas- oder Solarbranche – verfügt VON ARDENNE über jahrzehntelange Erfahrung mit Vakuumprozessen und Technologien, die für ein solches Projekt notwendig sind. Damit ist das Unternehmen bestens aufgestellt, erstklassige Anlagen auch für die Beschichtung von Teleskopspiegeln bereitzustellen. 

Bildnachweis: LSST, Telescope Cutaway with Labels 

Bitte beachten: LSST, Image Use Policy

Dieses Material basiert auf der durch die Association of Universities for Research in Astronomy, Inc. (AURA) beauftragten und durch die National Science Foundation (NSF) unterstützten Arbeit, wie sie im Rahmen der Kooperationsvereinbarung AST-1258333 vereinbart wurde.Alle Meinungen, Erkenntnisse und Schlussfolgerungen oder in diesem Material ausgedrückte Empfehlungen spiegeln die Ansichten des Autors dieser Meldung und nicht unbedingt die Ansichten der National Science Foundation wider.

* Weitere Informationen zum Large Synoptic Survey Telescope

Der Bau des LSST ist ein Gemeinschaftsprojekt von öffentlichen und privaten Organisationen. Finanziell wird das Projekt durch die National Science Foundation (NSF), das US-amerikanische Energieministerium und durch private Spenden an die LSST Corporation unterstützt. Die LSST Corporation ist eine gemeinnützige Organisation. Sie wurde 2003 gegründet und hat ihren Sitz in Tucson, Arizona. Schenkungen privater Stiftungen, Zuwendungen an Universitäten und Sachspenden von Laboratorien und anderen Mitgliedsinstitutionen der LSST waren entscheidend für den frühen Baubeginn und für wichtige Entwicklungen.

Mit dem LSST verfolgen die Wissenschaftler das Ziel, die Milchstraße und kleinere Objekte im Sonnensystem (z.B. potentiell für die Erde gefährliche Asteroiden) sowie die Veränderungen am Nachthimmel zu kartographieren. Außerdem gehen sie damit auf die Suche nach dunkler Materie und dunkler Energie und wollen kurzzeitige Ereignisse wie etwa Supernovae beobachten. 

Das Large Synoptic Survey Telescope ist ein Spiegelteleskop mit drei Spiegeln: in den Hauptspiegel mit 8,4 Metern Durchmesser ist der fünf Meter große Tertiärspiegel integriert, der Sekundärspiegel misst 3,4 Meter. Der Standort des Observatoriums ist in 2.682 Metern Höhe auf dem Berg Cerro Pachón im Norden Chiles. In der Region herrscht ein extrem trockenes Klima, das für einen sehr klaren Nachthimmel sorgt. Daher befinden sich in Nordchile bereits zahlreiche weitere Observatorien, allein zwei von ihnen auf dem Cerro Pachón. Die Bauarbeiten für das LSST begannen im Juli 2014, im April 2015 erfolgte die Grundsteinlegung. Das sogenannte „first light“ – also die erste Nutzung des Teleskops für Testzwecke – ist für 2019 geplant. Die vollständige wissenschaftliche Nutzung wird 2022 nach dem Ende der Baumaßnahmen beginnen.

Im Vergleich zu anderen Teleskopen dieser Klasse hat das LSST mit 3,5° einen deutlich größeren Bildwinkel (Mond und Sonne haben von der Erde aus betrachtet einen Durchmesser von ca. 0,5°). Damit ist es überhaupt erst möglich, den sichtbaren Sternenhimmel in nur drei Nächten vollständig zu fotografieren. Die Bilder fängt die größte je gebaute Digitalkamera mit einem Bildsensor mit 64 cm Durchmesser und einer Auflösung von 3,2 Milliarden Pixeln ein. Es wird ein Datenaufkommen von bis zu 30 Terabyte pro Nacht erwartet.

Spiegelbeschichtung für höchstes Reflexionsvermögen

Die Spiegeloberflächen werden für ein extrem hohes Reflexionsvermögen mit einer dünnen Silber- oder Aluminiumschicht versehen und mit einer wenige Nanometer dicken Schutzschicht versiegelt. Dennoch verliert der Spiegel durch Verunreinigungen und andere Einflüsse mit der Zeit an Reflexionsvermögen und wird deshalb in regelmäßigen Abständen neu beschichtet. Dafür gelangt der komplette Spiegel mitsamt Unterkonstruktion (ca. 75 Tonnen) über einen Lift zur Beschichtungsanlage, die im gleichen Gebäudekomplex wie das Teleskop untergebracht sein wird (siehe Bild). 

Mit diesem Projekt knüpft VON ARDENNE an eine Leidenschaft seines Namensgebers an: Manfred von Ardenne war zeitlebens begeisterter Hobbyastronom und gründete mehrere Sternwarten, u.a. die beiden in Dresden-Loschwitz. In Heringsdorf auf Usedom hat er außerdem den Bau einer Volkssternwarte angeregt und durch Schenkung eines Spiegelteleskops mit 720facher Vergrößerung gefördert. Zu Ehren Manfred von Ardennes trägt sie seinen Namen.